Die Flüchtlingskrise, Abschiebungen im Robinson Club und warum Gummi-Enten gegen Schlepperbanden helfen

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Das Thema der letzten Woche ist: die Flüchtlingskrise. Oder wie manche es nennen: Der Mauerfall ohne Bananen und Zweitaktautos.

Zunächst sollte daran erinnert werden, das Günter Schabowski gestorben ist, natürlich sofort, unverzüglich. Dank ihm haben wir gelernt. Wenn der Leidensdruck hoch ist, kann ein kleiner Zettel den Unterschied zwischen Ruhe und Ansturm auf die Grenzen ausmachen.

Das bringt uns zum Koalitionsgipfel der letzten Woche dessen Ergebnisse man so zusammenfassen kann: Mit derart großem Tamtam Lösungen anzukündigen, die dann keinerlei Effekt haben, kennt man sonst nur von Trainerwechseln beim Hamburger SV oder Diäten bei Reiner Calmund.

Thema 1: Transitzonen – oder doch lieber Einreisezentren? Jetzt heißt das Ganze: Registrierungszentrum. Hunderttausende Syrer, Afghanen und Iraker sollen sich unmittelbar nach dieser Entscheidung auf der Balkanroute umgedreht und auf den Rückweg gemacht haben.

Doch was genau ist ein Registrierungszentrum? Nach allem, was wir bis jetzt wissen, ist es ein umzäuntes Gelände in dem man sich mehrere Wochen langweilen und dann das Land wieder verlassen soll, ohne etwas von im gesehen zu haben. Im Prinzip also wie ein Robinson Club – nur ohne Stern.

Thema 2: „Die EU-Außengrenzen sichern“. Was das bedeutet? Zum Beispiel, mit neun Kriegsschiffen, einem U-Boot, mehreren Aufklärungsflugzeugen und Drohnen in über zwei Monaten exakt EINEN Schlepper zu verhaften. EINEN. Das ergab eine Bundestaganfrage von Jürgen Trittin zur Militärmission „Sophia“. Das heißt im Klartext: Würde man einfach ein paar Lkw-Ladungen Gummienten ins Mittelmeer kippen, hätte man bei der Jagd nach Schleppern ein deutlich besseres Preis-Leistungsverhältnis.

Thema 3: Fluchtursachen bekämpfen. Unsere Regierung kümmert sich jetzt also persönlich um die Beendigung des Syrienkrieges, in dem über 50 Splittergruppen, die Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien sowie zwei Weltmächte sich gegenseitig bekämpfen. Natürlich auf fremdem Territorium. Das ist ein bisschen so, als würden sich mehrere Hooligan-Gruppen in Ihrer Wohnung zu einer Massenschlägerei treffen – versorgt von außerhalb und deshalb ohne große Lust wieder zu gehen. Vermutlich soll sich Frank Walter Steinmeier darum kümmern – indem er alle Konfliktparteien ins Wachkoma redet.

Dabei wäre es ganz einfach, etwas zu tun: Laut einem Bericht von MONITOR fehlen im Irak 500 Millionen Euro, um die Menschen in Flüchtlingslagern ordentlich über den Winter zu bringen. Ein verhältnismäßig kleiner Scheck über 500 Millionen könnte unzähligen Menschen helfen und dafür sorgen, dass sie sich nicht auf den gefährlichen Weg nach Europa machen müssen. Ein Scheck. Im Prinzip: ein kleiner Zettel. Vielleicht sollte man in der Flüchtlingskrise ruhig öfter an Günter Schabowski denken. <>

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Eine Antwort zu Die Flüchtlingskrise, Abschiebungen im Robinson Club und warum Gummi-Enten gegen Schlepperbanden helfen

  1. Big-Pingu-Fan schreibt:

    Wie geil ist das denn!!! Eine neue Ära! Podcast! Tolle Stimme! Super Story! Immer mit der Eisscholle uffn Kopp! Weiter so! Wir sind sehr stolz auf den Oberpingu!

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