PRISM-Überwachung – Wir sind dabei!

Geneigte Leser werden sich über unsere publizistische Untätigkeit innerhalb der letzten drei Wochen gewundert haben. Jetzt können wir das Geheimnis lüften: Nach intensiven Verhandlungen wurde auch Pingu-Mania in den Lieferanten-Pool des NSA-Überwachungsprogrammes PRISM aufgenommen.

Wir sind nun per Dauerschnittstelle an die digitale Datensammlung der US-Sicherheitsbehördern angeschlossen, Vollzugriff bis zum Vollzug. Dies hat für ein aufstebendes Magazin wie das unsere zahlreiche Vorteile. Auf einen Schlag gewinnen wir die (laut Wikipedia) 38.000 Mitarbeiter der NSA als Leser – für so eine Reichweite müssen wir sonst lange stricken. Doch auch unsere Stamm-Leser profitieren: Sie können ihre Standpunkte und Haltungen den Mächtigen dieser Welt direkt und ohne Umwege zu Gesicht und zu Gehör bringen. Wir sind damit auf einen Schlag, wovon wir lange träumten: Ein Sprachrohr der Kritischen mit einer Standleitung ins Zentrum der Macht.

Wir ermutigen deshalb unsere Leser, sich in Kommentaren offensiv zum politischen Geschehen, insbesondere zum Gebahren der Vereinigten Staaten von Amerika zu äußern. Progressive Beiträge mit Drohungen oder Anschlagsplänen sind dabei ausdrücklich erwünscht. Wir haben für solche Fälle die Zusage unseres Partners NSA, das radikale Thesen bevorzugt bearbeitet werden und ein zügiges persönliches Feedback garantiert ist.

Wir danken an dieser Stelle dem NSA-Vertriebsmitarbeiter Edward Snowden, der uns mit seiner PR-Arbeit auf diese Möglichkeit der Kooperation aufmerksam machte. Leider ist er seit einigen Tagen telefonisch und auch auf anderem Wege nicht zu erreichen, so dass wir unseren Dank bisher nicht persönlich übermitteln konnten. Die NSA ist jedoch sehr optimistisch bald wieder Kontakt mit ihm herstellen zu können.

Selbstverständlich haben wir uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Gerne hätten wir uns deutlich kritischer mit dem PRISM-Überwachungsapparat und seinem Schirmherren Barack Obama (alle Infos zu ihm hier) auseinandergesetzt. Doch leider scheint es für derartige Gedanken in Deutschland keinen Markt zu geben. Kostprobe gefällig? Gestern war Herr Obama mit seiner Familie in Deutschland, also der Friedensnobelpreisträger, der mit Drohnen gern völkerrechtswidrig Unschuldige tötet und der ein Spionageprogramm abgesegnet hat, das jahrhundertelang erkämpfte Menschenrechte in den USA und Europa mit Füßen, nein mit  Stahlkappenschuhen, tritt. Und wie berichten die deutschen Medien? Der Morgenmoderator im öffentlich-rechtlichen Radio flötete, die Obamas würden Berlin verzaubern, die BILD-Zeitung titelte heute mit einer Knutsch-Szene zwischen Obama und Merkel sowie der Zeile „Kiss me, Angie“ und ein Politkommentator auf NDR2 gab zum Besten, es sei okay, dass Obama kein Messias mehr sei, denn er sei ja immer noch ein verlässlicher Freund. Bitte? Unser hausinterner Medien-Historiker SMITLER bemerkte zu all dem nur ladipar, selbst im Volksempfänger sei differenzierter über Politik berichtet worden als heutzutage.

Mediengrundrauschen: bild.de zeigte gestern gefühlte Stunden lang einen Live-Stream vom Dröhnen der Air-Force-One-Turbinen (Quelle Foto: bild.de)

Mediengrundrauschen: bild.de zeigte gestern gefühlte Stunden lang einen Live-Stream vom Dröhnen der Air-Force-One-Turbinen (Quelle Foto: bild.de)

Sie sehen: Das deutsche Medien-Wettbewerbsumfeld zwingt uns geradezu, so zu handeln, wie wir gehandelt haben – PRISM ist unsere Zukunft. Übrigens haben viele Deutsche die Befürchtung, der NSA mit ihrem langweiligen Leben keinerlei interessante Inhalte liefern zu können und somit im Kampf um Aufmerksamkeit verdrängt zu werden. Ein Bekannter von uns sprach frustriert aus, was viele denken: „Ich hab doch nix zu verbergen“. Keine Sorge, das hatten viele der Insassen von Guantanamo auch nicht. Und trotzdem haben sie eines Tages plötzlich alle eine Reise in die Karibik gewonnen. Glück muss man haben – und natürlich die richtigen Verbindungen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu PRISM-Überwachung – Wir sind dabei!

  1. Olaf aus HH schreibt:

    Hallo Pingumania,
    hier etwas für NSA, PRISM und TEMPORA zum Knobeln (Testtesttest123123…): WTC2001-43A6712xklm99BCF188774350walfrissklmdaqpoflOE89723xqwal99BCFe111463hall/
    exp.doc.exe.zip.dip.holy.moly.me.o‘.my.
    Verschlüsselung, Kryptologie, Bombe, C 4, Ajatollah, Plutonium, Antrax, Amtrac, Kokain, Medellin, alles ist hin, eine Million Dollar Bargeld in einem Koffer, Taliban, Afghanistan, ans Telefon geht keiner ran…Treffen an einem geheimen Ort, den ich dann per Kommentar in irgendeinem Forum noch mitteilen werde. Konspirativ natürlich.
    Pingu – reicht das so erst einmal für’n Karibikurlaub oder muß das noch einmal auf Englisch kommen ? Finden die meine Adresse auch so heraus oder sollte ich sie noch dazu schreiben ?

    • pingumania schreibt:

      Hey Olaf (mit einem Nutzernamen wir Omar oder Chalif wäre das Ganze vielleicht noch schneller bearbeitet wurden), im ersten Moment dachten wir schon, wir hätten unsere Einkaufsliste oder die Mittagspausenbestellung als Kommentar gepostet. Wir stecken in den NSA-AGB nicht so genau drin, denken aber, das ist ein guter Anfang. Ob Du für den Karibik-Urlaub in Frage kommst, muss nun die Überprüfung Deines Web-Verlaufs, Deiner Kontakt- und Kontodaten zeigen. Wir drücken die Daumen. Polarisierende Grüße, Dein Pingu-Mania-Team

      • Olaf aus HH schreibt:

        Danke,
        ich werde gern berichten (wenn ich das dann noch kann). Wir werden es sehen.
        Aber es erscheint mir doch etwas dubios, daß Ihr am Juli 4, 2013 um 9:44 nachmittags kommentiert, während ich erst danach am Juli 4, 2013 um 12:43 nachmittags (knapp drei Stunden später) geschrieben habe.
        Ihr wußtet es schon v.o.r.h.e.r, bevor ich es überhaupt gedacht habe, und gehört zu denen – seid ehrlich ! Ganz dumm gelaufen.
        Wann kommen die Jungs in schwarz mit den Hubschraubern und den Vans mit getönten Scheiben ? Shit. Ihr seid wohl wirklich überall.
        Hilfe !

      • pingumania schreibt:

        Ja, seit wir diese ganze fancy NSA-Technik hier angeschlossen haben, können wir uns noch besser in unsere Leser hineinversetzen 🙂

      • Olaf aus HH schreibt:

        Very catchy… Oder so.

  2. Pingback: Edward Snowden – keiner spielt mit dem Schnuddelkind | Pingu-Mania

  3. babielek schreibt:

    Mein volles Vetständnis!

  4. Axel Kempen schreibt:

    Das beste Ding seit langem, habe mehrfach laut gelacht

    Mit Galgenhumor grüßt: yes we scan

    Axel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s