Google darf Suchanfragen nicht mehr vervollständ

Ist es ein Sieg für die Persönlichkeitsrechte oder ein Verlust für die Freiheit des Informationszuganges? Google wurde gestern vom „Bundesinternetgericht“ (BGH) dazu verdonnert, Suchanfragen nicht mehr mit potentiell verleumderischen Vorschlägen zu ergänzen. Was wirkt wie ein Schutz für den kleinen Mann, ist eigentlich insbesondere für Google selbst eine feine Sache.  Denn künftig muss sich der Konzern bei Anfragen wie „Google verliert..“ nicht mehr selbst verleumden, wie es derzeit noch geschieht (siehe Abbildung) sondern kann als einzigen Suchvorschlag anbieten: „Google verliert nie“.

Quelle: google.de

Quelle: google.de

Besonders schade ist das Ganze jedoch für den interessierten Leser. Vor einigen Jahren sagte ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo auf einer Podiumsdiskussion in der Bayrischen Akademie für Werbung, Aufgabe von Zeitungen sei es auch, Leser mit Themen zu entführen, an die sie vorher noch gar nicht gedacht hätten (Gedächtnisprotokoll). Dies tut Google geradezu vorbildlich. So ist es doch eine ungeheure Horizonterweiterung, bei der Sachrecherche zu einem Konzernlenker auch auf Spekulationen zu seinem Sexleben hingewiesen zu werden. Oder bei First Ladies auf Gerüchte zu früheren Arbeitsverhältnissen.

Überhaupt, erinnert sich noch jemand an Bettina Wulff, mit der die ganze Diskussion über Googles Suchvorschläge begann. Ihr großangekündigter Prozess gegen Google wurde jedoch verschoben, angeblich um das obige Urteil abzuwarten. Vielleicht ist Frau Wulff nach dem Abflauen ihrer Popularität auch mittlerweile der Meinung: lieber schmuddelige Google-Suchwörter als gar kein Rampenlicht.

Wir bei Pingu-Mania können übrigens bestätigen, dass das Interesse an diesem Thema nicht nachgelassen hat. Seit wir ein Beweisfoto für eine Rotlichtvergangenheit von Bettina Wulff veröffentlichten, erhalten wir jeden Tag zahlreiche Zugriffe, die diesen, schon etwas älteren Bericht lesen wollen – natürlich über Google. Und wir erhalten ironischerweise besonders viele Zugriffe in den letzten beiden Tagen nach dem Urteil. Wie es scheint, lassen sich die Leute auch ohne Autoergänzung nicht von ihrer Neugier abbringen. Apropos Auto, es gibt nach unseren Informationen bereits einen neuen Kläger in diesem Komplex:

Der Ford Escort möchte nicht mehr zusammen mit „Bettina Wulff“ als automatischer Suchbegriff erscheinen. Das Auto wörtlich: „Die Kombination der Begriffe „Bettina Wulff“ und „Escort“ ist wahnsinnig schlecht für meinen Ruf.“

Abbildung: Ford Escort Mk7 Stufenheck; Foto: Rudolf Stricker; Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported; Originalbild hier

Abbildung: Ford Escort Mk7 Stufenheck; Foto: Rudolf Stricker; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported; Originalbild hier

Will eine Beschmutzung seines Namens nicht mehr länger dulden: ein Ford Escort in roxannerot.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s