Angela Merkel, die Homo-Expertin

Til Schweiger ging natürlich vor. Die Papstwahl auch. Letztere bildet aber die ideale Überleitung zu einem Thema, das wir bisher etwas vernachlässigt haben: die Homoehe. Denn soviel lässt sich aus Sicht aller Gleichstellungskämpfer auch nach der Wahl von Franziskus I zum katholischen Weltoberhaupt festhalten: Auch nach dem Abgang von Benedikt XVI sitzt im Vatikan kein wirklicher Unterstützer des Ehegattensplittings für gleichgeschlechtliche Ehepaare.

Trotz dieses quasi-göttlichen Beistandes wird die Merkel-Regierung und damit vor allem die CDU sich aber weiter mit diesem Thema beschäftigen müssen. Denn die freigeistigen Folterknechte vom Bundesverfassungsgericht hören nicht auf, sie mit ihren Piesackparagrafenreitereien im verdienten Legislaturperiodenendschlaf zu stören. Die einfache Botschaft: Die Regierung sollte Homosexuelle endlich vollständig gleichstellen. Die bisherige Antwort der Regierung: Äh, wie jetzt, wir etwa?

Die Argumentationslinie hinter der Untätigkeit fasst Fraktions-Faktotum Volker Kauderwelsch sinngemäß so zusammen: Wir haben nichts gegen Homosexuelle, sie sollen nur nicht die gleichen Steuervorteile haben. Denn, so geht die Geschichte weiter, nur in der klassischen Ehe entstehen Kinder. Das ist in so vielerlei Hinsicht Blödsinn, dass man gar nicht alle Aspekte beleuchten kann. Das offentsichtlichst Absurde ist jedoch: Man will von Ehepaaren Kinder, bezahlt sie aber fürs Heiraten. Würden Sie einen Maurer, der ihr Haus bauen soll, bereits dafür bezahlen, dass er sich morgens die Hose anzieht? Eben.

Da die Begründung aber im Kleinen nicht wirklich überzeugt, wird sie vorsichtshalber im nationalen Maßstab aufgeblasen: So sehen die zuständigen CDU-Propagandisten durch die steuerliche Gleichstellung von Homoehen die Zukunft Deutschlands in Gefahr. Das lässt nur eine Interpretation zu: Das Steuerprivileg ist die letzte Hürde, die Millionen von Deutschen davon abhält, ihre Hetero-Ehe zu verlassen und sich ins schwul-lesbische, kinderlose Glück zu stürzen.

Doch wie bei jeder CDU-Grundsatzposition ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Angela Merkel sie überflüssig findet. Denn die CDU-Chefin ist eine Homo-Experten der besonderen Sorte. Weniger im Sinne von homo sapiens als vielmehr im Sinne von „homogenisieren“. Darunter versteht man zum Beispiel in Vollmilch das gleichmäßige durchmischen von Flüssigkeit und Fettbrocken. Oder anders gesagt: Das Auflösen von Unterschieden. So kommen wir in Deutschland seit Jahren nicht nur in den Genuss von homogenisierter Milch, sondern auch in den von homogenisierter Politik. Die Unterschiede zwischen den Parteien sind verschwunden, Angela Merkel hat ihr Mindesthaltbarkeitsdatum verlängert.

Die heiratswilligen und verheirateten Homosexuellen können also sicher sein: die steuerliche Gleichstellung kommt. Alles was fehlt, ist ein, verzeihen Sie den Ausdruck, „Homo-Fukushima“, das den Sinneswandel von Angela Merkel zum Abschluss bringt. Und wir wissen auch schon so ungefähr, wie das aussehen wird:

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3 Antworten zu Angela Merkel, die Homo-Expertin

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