Politisches Kamasutra mit Don Juan de Brüderle

Deutschland hat endlich einen Sexismus-Skandal. Im Zentrum: Rainer Brüderle, frisch gekürte „Sturmspitze“ der FDP und ehrenamtlicher Weinkönig. Der Vorwurf: Brüderle soll sich einer STERN-Journalistin aufdringlich genähert und ihren Busen nach intensivem (nicht handgreiflichem!) Studium als Dirndl-fähig bezeichnet haben.

Deutschlands Frauenbewegte haben aus diesem Anlass einen Großangriff auf den „unterschätzten Alltags-Sexismus“ gestartet, der im Moment darin besteht, dass sich auf Twitter Frauen unter dem Hashtag #Aufschrei in 140 Zeichen ihre traumatischen Erlebnisse zwitschern. Auf der anderen Seite brechen treue Weggefährten Brüderles eine Lanze für den aussterbenden Altherrenscharme und postulieren schmuddeliges Brunftbaggern als unverhandelbares Menschenrecht.

Dabei ignoriert die aufgeheizte Debatte etwas Wesentliches: der Vorwurf der STERN-Reporterin ist ziemlich unglaubwürdig. Und das aus einem einfachen Grund. Wir alle wissen, dass selbst Sprachwissenschaftler nur mit Hilfe modernster digitaler Technik in der Lage sind, Rainer Brüderles Äußerungen eine Bedeutung zu entreißen. Nach Jahren der Forschung sind sie jedoch auf Basis komplizierter Algorithmen (z.B.: Brüderle erzählt eigentlich immer das Gleiche) in der Lage, seinen politischen Reden im Nachhinein halbwegs zu folgen. Wie unter diesen Umständen aber eine Journalistin an einer Bar ohne technische Hilfsmittel den Unterschied zwischen einer Getränkebestellung und einem Anmachspruch erkannt haben will, bleibt ihr Geheimnis.

Doch auch ein transatlantischer Vergleich beim Blick auf das nach oben offene Skandalometer ist interessant: Erinnern Sie sich noch an Bill Clinton, der seine Praktikantin vernaschte und danach schwindelte ohne rot zu werden? Er blieb Präsident und ist seit Jahren gefühlter Ehrenbürger der ganzen Welt. Immer diese prüden Amis! Ist die Debatte um Rainer B. also etwas überhitzt? Ein besonders gewichtiges Indiz dafür gibt es: Selbst die taz fordert nicht seinen Kopf auf einem Spieß, sondern nur eine öffentliche Entschuldigung.

Das wichtigste aber zum Schluss: Als eines der führenden Online-Männermagazine hat es sich Pingu-Mania nicht nehmen lassen, dem Flirtverhalten von Rainer Brüderle auf den Zahn zu fühlen. Das Ergebnis, Rainer Brüderles beste Aufreißersprüche, sehen Sie hier:

Brüderle_FDP_SexismusNicht zur Nachahmung empfohlen: Brüderles liebenswerter pfälzischer Akzent ist auch für Profis nur schwer zu imitieren. (Quelle Foto: Wikipedia / Mathias Schindler)

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4 Antworten zu Politisches Kamasutra mit Don Juan de Brüderle

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