Arme Amis: nach Sandy kommen Mitt und Barack

Originalfoto: Gerhard Pietsch

Ein Unglück kommt selten allein. Das gilt ganz besonders, wenn man in New York und Region wohnt. Erst bläst einem ein Sturm namens Sandy das Haus unterm Hintern weg, dann kommen zwei laue Lüftchen namens Romney und Obama und klopfen einem auf die Schulter. Soweit so schlimm. Aber eben auch ganz normal im Wahlkampf. Am Dienstag wollen beide US-Präsident werden und deshalb muss man neben den „Swing-States“ (Staaten mit vielen Unentschlossenen) auch den „Swim-State“ (Staat mit viel Weggeflossenem) kräftig bearbeiten.

Für sein Krisenmanagement bekommt Barack Obama derzeit viel Lob, sogar aus dem Feindeslager. Dieses Krisenmanagement sieht im Detail so aus: Der Präsident besucht möglichst viele betroffene Orte, und da überall, wo er auftritt ein trockener Platz zum mitfühlend Gucken und Mutzusprechen geschaffen werden muss, ist alles ratzfatz wieder sauber. Und da auch die kritisch-sachlich-distanzierten Medien Politiker in diesen Zeiten lieber winkend in Gummistiefeln als arbeitend am Schreibtisch sehen, lohnt sich Krisentourismus besonders für Wiederwahlwillige.

Deshalb greift ab jetzt Obamas 3-Stufen-Plan für den Wiederaufbau: 1. Errichten einer Fassade der Hoffnung und der Tatkraft. 2. Medienwirksame Lieferung von Benzin, damit alle mit laufendem Motor an den unterspülten Brücken warten können. Und zuletzt: 3. Aufstellen von provisorischen Wahlkabinen direkt neben den Lebensmittelausgaben.

Wir sehen: Katastrophenhilfe ist, wenn man aus Not alles nimmt, was einem angeboten wird. Und manchmal ist Demokratie irgendwie das Gleiche.

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