Schock zum Tag der Deutschen Einheit: Ossis werden beim Klimawandel benachteiligt

Der Osten Deutschlands hat es nicht leicht. Erst einem dicken Pfälzer Trickbetrüger aufgesessen, seitdem immer wieder alimentiert und von allen Seiten be-lamentiert. Doch jetzt kommt es knüppeldick: Beim Klimawandel soll der Osten Deutschlands besonders hart drangenommen werden. Das hat das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (Pik) laut einem Bericht (vom 2. Oktober 2012) der Volksstimme, Zentralorgan der neuen Länder, herausgefunden. Wir zitieren hier exklusiv aus den Dokumenten, die den Untergang der Erde und den des ostelbischen Qualitätsjournalismus eindrucksvoll belegen:

Quelle: Volksstimme Extra, Dienstag 2. Oktober 2012

Weltweit kämpft man energisch gegen den Klimawandel, das Pik und die Volksstimme kümmern sich erst einmal um die innerdeutschen Verteilungsungerechtigkeiten bei dieser globalen Katastrophe. Doch immerhin fußt das ostalgische Barmen auf einmalig detaillierten Daten:

Quelle: Volksstimme Extra, 2. Oktober 2012

Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich. Während weltweit in den wissenschaftlichen Topzirkeln durchaus kontrovers diskutiert wird, wie hoch der menschliche Einfluss auf den Klimawandel genau ist, erst recht jedoch, wie genau seine Folgen ausfallen werden, weiß man beim Pik in Potsdam schon, wie genau der Unterschied zwischen den Landkreisen Wunsiedel im Fichtelgebirge und Ostprignitz-Ruppin im Nordwesten Brandenburgs leidenstechnisch ausfallen wird. Besonders erfreut dabei die Jahreszahl 2100: Während man bisher nicht mal in der Lage war, das Wetter des nächsten Tages fehlerfrei vorherzusagen, kalkuliert man nun bereits hausnummerngenau die Sturmschäden in 88 Jahren. Unsere Wissenschaftsredakteure sind begeistert und haben beim Pik sofort folgende Untersuchung in Auftrag gegeben: Wie wird der Anteil von Frauen in Führungspositionen in Castrop-Rauxel im Jahre 2150 sein – mit und ohne Frauenquote.

Eines der Schreckensszenarien, das die Pik-Asse aus Potsdam gemeinsam mit der Volksstimme inszenieren sind Trockenperioden in Brandenburg & Co. Da fragt man sich doch, warum die Soli-Milliarden bisher nicht genutzt wurden, um in den Favelas des Ostens Tiefbrunnen zu bohren, wie es die deutsche Entwicklungshilfe in Afrika wie selbstverständlich tut. Besonders beeindruckend ist jedoch wie präzise und faktengstützt die Potsdamer Klimaforscher argumentieren. Auf die Frage, warum denn der blöde Westen keine Dürre durchmachen muss, erläutern sie:

Quelle: Volksstimme Extra, 2. Oktober 2012

Als Grund dafür nennt Herr Gerstengarbe, die Tatsache, dass es derzeit im Westen einfach mehr regnet (wieder so eine Ungerechtigkeit!). Auf unsere Nachfrage räumte er ein, dass jedoch vor allem die hohe Verbreitung von Rasensprengern und GARDENA-Pumpen den Westen vor einer Ver-Wüstung schützen würde.

Es gibt jedoch auch Positives zu berichten. Denn wenn man, wie das Pik und die Volksstimme, einmal dabei ist, Vorhersagen in die Welt zu setzen, die jeder Call-TV-Kartenlegerin peinlich wären, dann sollte man auch das Schöne nicht ausklammern:

Quelle: Volksstimme Extra, 2. Oktober 2012

Geschenkt, das Ostdeutschland bereits „exzellente Weinanbaugebiete“ hat, auch ohne das die Klimawandel-Kreisreform des Pik in Kraft getreten ist. Aber dass die Mosel durch Ostdeutschland fließt, muss dann wohl eine Folge des Klimawandels ab 2100 sein. Doch auch was den Wegzug der nachwachsenden Generation und die „soziale Verödung“ angeht, macht der Klimawandel Mut: Derzeit sagen sich in einigen Gegenden Ostdeutschlands Fuchs und Hase „gute Nacht“, mit steigenden Temperaturen könnten dies bald Gepard und Giraffe sein.

Auch in der Not an andere denken, das macht den großen Menschen aus. Und hier zeigen sich Ostdeutsche, Pik und Volksstimme in Topform:

Quelle: Volksstimme Extra, 2. Oktober 2012

Leider konnten wir nicht ermitteln, ob dieser Satz eine freie Schöpfung des Volksstimme- Schreibers ist, oder ob er sich bei diesem fundierten Fazit auf Erkenntnisse des Pik beruft. Fest steht jedoch auf Basis der hier analysierten Forschungsergebnisse: 1. Die heiße Luft aus dem Pik in Potsdam sorgt zwar für Kopfschütteln aber nicht für Klimaschäden. 2. Bei der Volksstimme hat die zerebrale Dürre bereits katastrophale Ausmaße angenommen. 3. Die Neue-Deutsche-Welle-Utopie „Ich möchte ein Eisbär sein (im kalten Polar)“ dürfte sich damit ein für alle Mal erledigt haben, und zwar deutschlandweit. Und damit allen einen schönen Tag der Deutschen Einheit!

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8 Antworten zu Schock zum Tag der Deutschen Einheit: Ossis werden beim Klimawandel benachteiligt

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  7. Obdachlos in Wien schreibt:

    Herr Gerstengarbe spricht über die Folgen des Klimawandels. Ein Hinweis, dass demnächst das goldene Korn der Bierbrauer gnadenlos in den ostdeutschen Weiten verbrennen wird? Oder fehlt das Sternchen, * Name von der Redaktion geändert? Es wäre nur zu verständlich, wenn dieser Wissenschaftler lieber anonym bleiben wollte. Vielleicht aber auch ein verkannter Ansatz zur Satire in der Volksstimme?

  8. pingumuse schreibt:

    Fehlte noch, dass in Dunkeldeutschland auf der Suche nach Wasser rumgebohrt und dann vielleicht ein Atommüllendlager gefunden wird. Man stelle sich das mal vor! Entsetzlich!!! Da beschwert sich doch keiner bei der Umsetzung! Wir sind ja nicht das kämpferische Wendland! Und wo bleiben beim Klimawandel eigentlich die Pingus?

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