Was immer die schlucken – ich will es auch!

(Foto: Luc Viatour / www.Lucnix.be)

Pingu-Mania ist zurück aus der Sommerpause. Selbstverständlich haben wir diese nicht untätig verbracht, sondern eine große Reportagereise durch Europa absolviert, um Opfer und Profiteure der aktuellen Finanz- und Identitätskrise des Kontinents in ihrem Vorgarten zu besuchen. Der dabei entstandene Artikel über „Solidarität und Kapitalflucht“ verschiebt sich allerdings noch, da wir derzeit damit beschäftigt sind, die Vermögensstruktur unseres Magazins…ähem…neu zu ordnen.

In der Zwischenzeit können wir die Ereignisse der vergangenen Wochen kurz aufarbeiten: Bei Olympia in London können die Deutschen nicht mehr richtig schwimmen, Usain Bolt dafür verdammt schnell laufen. Griechenland ist immer noch pleite und in der schwarz-gelben Koalition läuft weiterhin ein Sirtaki mit gegenseitigem Ins-Gemächt-treten. Ein Armstrong wird lebenslang gesperrt, der andere lebt leider gar nicht mehr.

Schnell wird klar, was hier das versteckte Leitmotiv ist: Doping. Es war interessant wie omnipräsent dieses Thema bei London 2012 war, ohne eigentlich jemals ausgesprochen zu werden. Offiziell erwischt werden nur noch analphabetische Gewichtheber aus dem Kaukasus, dafür werden einem in unzähligen Kategorien Leistungen vorgesetzt, die die Grenzen der Logik schwer belasten. Doch die Medienvertreter verfügen offensichtlich über die besten Medikamente und haben die rauschhafte Realitätsverweigerung perfektioniert. Ein kleines Beispiel: Im 100-Meter-Finale der Männer wird ein Amerikaner, der vor vier Jahren wegen Dopings gesperrt wurde, mit neuer persönlicher Bestleistung Dritter. Und als wäre das nicht schon des Wahnsinns genug, laufen, na logisch, auch noch zwei schneller als er – aus Jamaika, dem 16. Bezirk der DDR. Und was fällt, ZDF-Kommentatorenplatzwarmhalter Wolf-Dieter Poschmann dazu ein: „Lebenslange Sperren […] das ist nicht die Lösung.“ Naja, zumindest bei senilen Sportjournalisten könnte man es ja mal ausprobieren.

Eine weitere Form des Drogenmissbrauchs ist das billige Geld für Griechenland und Co. Jaja, dieses kann süchtig machen, mahnt unser aktueller Bundesbankpräsident derzeit und empfiehlt, die Kapitalspritze nicht immer direkt bei der europäischen Zentralbank (und damit im Hintern der Bevölkerung) aufzuziehen. Zweifelhaft unterstützt wird er dabei von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, der seinen übertriebenen Konsum verbaler Erbrechungsmittel immer noch nicht in den Griff bekommen hat. Das ist mittlerweile sogar seinen Mannschaftskollegen peinlich. Gut möglich, dass die nächste Stuhlprobe ergibt, dass an seinem bereits gesägt wird.

Den Abschluss unseres Doping-Sommerloch-Exkurses bildet, wie es sich gehört, Lance Armstrong. Nachdem er erst auf den Mond flog, dann den Krebs besiegte und schließlich siebenmal die Tour de France gewann, wird er nun lebenslang gesperrt, weil ihn ein paar Ex-Kollegen, die genauso viel genommen, aber nicht genauso viel gewonnen haben, verpetzten. Mit 40, knapp hinter dem Leistungszenit, ist dies sicher verkraftbar. Interessant ist jedoch, dass er auch seine Titel verlieren und damit auf dem Podest Platz für weniger konsequent verfolgte Pharma-Pedaleure (zum Beispiel aus Spanien) machen könnte.

An dieser Stelle wird es nun Zeit, eine von Pingu-Mania seit langem recherchierte und formulierte Verschwörungstheorie in die Welt zu setzen, die genau darauf aufbaut. Wie sich einige noch erinnern, wurde im Jahr 2006 ein riesiges Blutdoping-Netzwerk im Radsport aufgedeckt („Fuentes-Skandal“), was zum Beispiel Rad-Radebrecher Jan Ullrich zahlreiche Probleme brachte. Die Ermittlungen in Spanien verliefen jedoch auf peinliche Weise im Sande, so dass der namensgebende Skandalarzt kurz darauf wieder praktizieren konnte. Und just seit dieser Zeit überzeugt die spanische Fußballnationalmannschaft mit einem laufintensiven Spielstil ohne die geringsten Ermüdungserscheinungen innerhalb der letzten vier Jahre. Kann das Zufall sein? Niemals, so wahr der Maskottchenball unserer Heim-WM „Pille“ hieß…

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