Klaustrophobie im Sommerloch – ein Nachrichtenüberblick

Auf eines war bisher immer noch Verlass: die gähnende Leere im Sommerloch. Ferienzeit für Prominenz und Politik, gesellschaftliche Kollektiv-Siesta, kurzum, ein nachrichtentechnisches Death Valley. Doch dieses Jahr drängen sich in der sonst unendlich erscheinenden Sauregurkenzeit Namen und Ereignisse wie sonst nur auf Berliner Arbeitsämtern. Grund genug für Pingu-Mania seine kommentarlos und spontan eingeleitete Sommerpause für eine kleine News-Revue wieder zu beenden.

Beginnen wir mit bedeutenden ökonomischen Umbrüchen für die Spirituosen- und Tabakwarenindustrie: Amy Winehouse ist tot. Was soll man schreiben über eine Frau, deren wundervolles letztes Album sich anhört wie Abschiedsbrief und toxikologisches Endgutachten gleichzeitig, und deren Name schon zu Lebzeiten alle denkbaren Kneipen-Witze ertragen musste? Wir machen es kurz: Rest in Peace, Amy – aber nicht alles auf einmal nehmen.

Und damit „Back to black“ zu einem wirklich schwarzen Tag: dem Doppelattentat von Norwegen. Zur Tat selbst ist nichts mehr zu sagen. Zu den Konsequenzen leider schon: Denn während die vom Unglück real betroffenen Norweger einfach weiter in einer freien Demokratie leben wollen, würde man diese im nur emotional betroffenen Deutschland aus Sicherheitsgründen lieber abschaffen. Unser CSU-Innenminister Friedrich und andere Unions-Eiferer wollen vorsichtshalber erst mal alles speichern was es so gibt und alles was sonst noch da ist, verbieten. (Die Redaktion fragt an dieser Stelle: Sind Politiker die ständig extreme Änderungen an Grundrechten fordern eigentlich Rechts-Extremisten?) Zum Beispiel das Benutzen von Pseudonymen im Internet. Man kann sich den Sicherheitsgewinn für die Bürger lebhaft ausmalen, wenn bikinimaus87 künftig als Ruth Grabowski im LoveChat unterwegs ist. Kurz, das ganze geht nicht weit genug. Will man es Tätern wie Anders B. künftig schwer machen, sollten auch folgende Dinge ab sofort verboten werden: Youtube, Telefone, Internet, Bücher, Autos, Straßen, Bauernhöfe, Stifte und Zettel, Städte, Bürogebäude, Ferienlager, malerische Inseln, Norwegen, Boote, Sprache und Schrift, Denken…

Finanziell sieht es dafür für die Welt wieder etwas besser aus. Denn Amerika hat nach langem Gezerre doch noch einen größeren Bierdeckel gefunden und kann weiter anschreiben lassen. Doch wie an den Finanzmärkten üblich, passiert etwas Überraschendes: Als die USA kurz vor der Insolvenz standen, war alles in Butter. Jetzt nachdem eine Lösung da ist und sogar Einsparungen beschlossen wurden, wird die Kreditwürdigkeit der USA herabgestuft. Das versteht man nicht sofort, doch wenn man hört, dass sich die zuständige Rating-Agentur bei ihren Prognosen um zwei Billionen Dollar verrechnet hat ohne es selbst zu merken oder ohne daraus Konsequenzen zu ziehen, dann weiß man: Wir leben längst jenseits von Gut und Böse – und das ja eigentlich auch nicht schlecht. Folglich gab es auch sofort beruhigende Botschaften: Man komme in Sachen Bonität auch mit zwei A bestens zurecht, verkündete Präsident BRCK OBAMA.

Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Karl-Theodor zu Guttenberg hat wieder einen Job und zieht um. In der beliebten Emigranten-Doku „Goodbye Deutschland“ wird er demnächst in einem Special auftreten, das seinen beruflichen Neuanfang in den USA nachzeichnet:


Befragt nach Details gab sich der Freiherr wortkarg. Er wolle ein Buch schreiben, aber diesmal eins ohne Literaturverzeichnis. Wie Pingu-Mania herausfand ist die treibende Kraft hinter dem Ortswechsel der Guttenbergs ohnehin eher Frau Stephanie. Der Grund: Ihrer RTL2-Kinderporno-Version von „Versteckte Kamera“ gehen hierzulande die Kandidaten aus. Ein Sprecher der Produktion wörtlich: „In Deutschland gibt es dank Frau Guttenberg praktisch keine Kinderporno-Konsumenten mehr – wir wollen jetzt in den USA einen neuen Markt erschließen.“

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2 Antworten zu Klaustrophobie im Sommerloch – ein Nachrichtenüberblick

  1. Pingback: Party-Mania – Das Special zum 1. Geburtstag, Vol. 1 | Pingu-Mania

  2. Jackson schreibt:

    Zur Frage des Handelns von Politikern hat die Schlafforschung interessante Erkenntnisse:

    „Bereits erwiesen ist, dass Schlafmangel die moralische Urteilskraft und das Risikobewusstsein schwächt – zwei Fähigkeiten, die für Politiker und für Soldaten in Kriegsgebieten besonders wichtig sind. Dummerweise ist Schlafmangel unter beiden Berufsgruppen verbreitet.“

    http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/03/Dossier-Schlafen-Dramaturgie/seite-3

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