Der unkaputtbare Guttenberg – Politiker-Recycling als Zukunftslösung

Manche Sachen kommen immer wieder – Bumerangs, die amerikanische Hurrikansaison, Herpes. Ach ja, und natürlich Karl-Theodor zu Guttenberg. Zumindest, wenn es nach hunderttausenden Internetaktivisten und zig höchst mitteilungsbedürftigen C-Promis (also Partei-Pappnasen der christlichen Union) geht. Den vielen wehmütigen Web-Verehrern sei verziehen – es ist nicht leicht in unserer Welt noch brauchbare Helden zu finden, da klammert man sich an alles, was Beine und ne schneidige Frisur hat.

Bei den Freiherren-Fürsprechern aus der Politik aber ist derartige Nachsicht nicht angebracht. Wir bitten statt dessen um Nachsicht, dass wir uns im Angesicht dessen, trotz größter Bemühungen um Objektivität, des kalten Kotzens nicht erwehren können. Sicher, man kann einem Politiker Chancen auf ein Comeback einräumen. Aber man könnte ja wenigstens warten, bis sein Rücktritt vollzogen ist. Wer die eifrigen Rückkehrbeschwörungen in der letzten Woche hörte, hätte meinen können, dass Guttenberg am Nachmittag seiner Entlassung als Verteidigungsminister gleich das durch den Kabinettsumbau frei gewordene Innenministerium übernimmt.

Dass Politiker nach Skandalen und Skandälchen zurückkommen ist nichts neues. Aber bisher hat man wenigstens immer so getan, als würden sie dazwischen einfach mal kurz zum Schämen in die Ecke gehen. So hat zum Beispiel der grüne Bonus-Meilen-Boy Cem Özdemir Jahre des qualvollen Exils im Zwischenlager für schwach-aktiven Politabfall (Europaparlament) verbracht, ehe er uns nun wieder als kotelettentragender Konservativenschreck (Grünen-Parteichef) heimsuchen durfte.

Für unseren Strahle-Gutty aber scheint so etwas nicht zu gelten. Während jedem kleinen Ladendieb Hausverbot im entsprechenden Supermarkt droht, stehen dem literarischen Langfinger scheinbar schon wieder alle Türen der deutschen Politik offen, ohne dass er eine gewisse Zeit in aller Stille bayreuth, Verzeihung, bereut hat. Ist das die Arroganz der Macht? Stellt die Union im Angesicht zunehmender Politikverdrossenheit Glamour über bürgerliche Werte?  Steht der Adel hierzulande schon wieder über Gesellschaft und Gesetz?

Der wahre Grund ist viel einfacher. Das schnelle Guttenberg-Recycling liegt im ökologischen Megatrend. In Zeiten knapper Ressourcen gilt: nix wegschmeißen, alles wiederverwenden. Es ist letztlich eine Frage des Umweltschutzes unseren adeligen Akademikerimitator weiter im Berliner Wertstoffkreislauf zu halten, statt mehrere Kilo Haargel und ein gefährlich strahlendes Ego einfach in der bayrischen Provinz vor sich hin verrotten zu lassen.

Von uns bekommt Karl-Theodor zu Guttenberg deshalb schon jetzt das politische Pingu-Umweltsiegel verliehen. Schöne Verpackung, kein Inhalt, kommt sofort wieder, wenn man ihn rausschmeißt. Oder kurz:

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