Banknote schlägt Fußnote – Herr Guttenberg und die BILD-Zeitung

Eigentlich sieht es nicht gut aus für Karl-Theodor zu Guttenberg: Der Doktor-Titel ist weg, viele Vorwürfe bleiben und der schmalztränende Auftritt in der hessischen Provinz hat zwar das dortige Klatsch-Volk begeistert, nicht aber die nach wie vor kritische Medienlandschaft. Doch eine Zeitung verweigert sich seit Wochen konsequent den Fakten und hat stattdessen die Rolle des offiziellen Gutty-Fanmagazins übernommen: die BILD-Zeitung. Diese füllte zum Beispiel gestern ihre Titelseite nicht etwa mit neuen Fakten zum Fall Guttenberg, sondern mit dem Ergebnis einer eigenen Telefonumfrage, nach der angeblich 87% der Leser unserem Fußnoten-Baron die Treue halten.

Lassen wir mal dahingestellt, wie das Umfrage-Ergebnis entstanden ist, denn bei der Online-Version der Abstimmung sprachen sich bis gerade eben (25.02.11, 10:57 Uhr) 57% für einen Rücktritt aus:

Quelle: bild.de

Vielleicht gab es ja wie beim Telefon-Abzocksender 9Live einen Polit-Hot-Button, der seltsamerweise nur für CSU-Mitglieder eine offene Leitung hatte.

Wie gesagt, geschenkt. Die bedingungslosen BILD-Liebesbeweise könnte man einfach nur etwas seltsam finden, schließlich blieb ja auch Rihanna zunächst mit Chris Brown zusammen, obwohl er sie verprügelt hatte. Doch jetzt erscheint die Kuschelberichterstattung über unseren Strahleminister in einem neuen Licht. Wie der Blog Spiegelfechter und mittlerweile auch andere Medien berichten, plant das Verteidigungsministerium demnächst eine großangelegte Rekruten-Werbekampagne, die die nach Wehrpflichtabschaffung verwaisten Kasernen wieder füllen soll. Und nun dürfen Sie raten, in welchen Zeitungen für viel Geld Anzeigenplätze gebucht wurden. Richtig, wir sprachen hier bereits über das Blatt.

Ist also die Berichterstattung der Springer-Medien käuflich? Hat sich die sonst so aufrecht gebärdende BILD für guttes Steuergeld zur Hure Hauspostille unseres Grinse-Ministers machen lassen. Sind wir also längst eine Bananen-Republik, in der eine Hand die andere Fußnote wäscht? Pingu-Mania glaubt das nicht. Wie wir aus vertraulicher Quelle in der Springer-Zentrale wissen, hat die BILD-Zeitung einfach ihr soziales Vorzeige-Projekt „Ein Herz für Kinder“ ein wenig abgewandelt. Also, liebe Mogler und Betrüger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – hier werden Sie ab jetzt geholfen:

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