Wall Street 3 – Ein Investmentbanker entdeckt sein Gewissen

Deutschland hat Aufschwung. Die Wirtschaft wächst so stark, dass es selbst Rainer Brüderle nicht verhindern kann und das Wort „Krise“ gibt es nur noch beim FC Schalke 04. Als wäre all dies nicht schon unglaublich genug, spricht nun auch noch Deutschlands oberster Investmentbanker öffentlich über die Fehler seiner Branche vor der Finanzkrise. Goldman-Sachs-Chef Alexander Dibelius fordert in einem Gastbeitrag im Handelsblatt geradezu rührend großspurig „eine neue Berufsehre für Investmentbanker“. Geneigte Leser fragen bereits hier verwirrt: wieso „eine neue“? Gab es jemals eine alte?

Im der überschwänglichen Überschrift folgenden Text steckt dann auch in etwa soviel Substanz wie in einer griechischen Staatsanleihe. Zum einen hat Dibelius sieben gähnend langweilige, austauschbare und zusammenhanglose Maximen in seinen Text kopiert, die aus dem Leitbild-Workshop einer Dorfsparkasse stammen könnten. Zum anderen möchte er schlicht, dass alles so bleibt wie es immer war und fordert „ein gesundes Maß an Freiheit“ für seinen Berufsstand. Ein gesundes Maß an Freiheit für einen Investmentbanker? Pingu-Mania musste hier spontan an eine fensterlose Gefängniszelle denken.

Dies scheint auch Herr Dibelius zu ahnen, weshalb er seiner Branche eine Charme- und Info-Offensive verordnet: Investmentbanker müssten wieder „besser erklären, was wir tun und welchen Nutzen wir dadurch stiften.“ Pingu-Mania wollte es genau wissen und hakte nach. Schon kurz darauf ruderte die Pressestelle von Goldman Sachs zurück. Herr Dibelius habe sich schlicht versprochen. Gemeint war nicht „Investmentbanken stiften auch Nutzen“ sondern „Investmentbanken nutzen auch Stifte.“ Sind wir ehrlich: Mehr konnte man eigentlich nicht erwarten. Wir sind ja mittlerweile schon froh, wenn mal keine überhitzten Spekulationsblasen platzen, sondern nur ein paar Sprechblasen voll heißer Lobbyisten-Luft.

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3 Antworten zu Wall Street 3 – Ein Investmentbanker entdeckt sein Gewissen

  1. Anonymous schreibt:

    Psychiater… Mönschmönsch

  2. Pingback: Bis auf die letzten Hellas – die griechische Schuldenkrise | Pingu-Mania

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